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Jun 24

Lampen und Leuchten im Fokus der Marktforschung

Der Aufschwung der Branche hält unvermindert an und geht mit einer Steigerung um 2,8 Prozent mittlerweile in dass fünfte Jahr eines kontinuierlichen Wachstums. Nach dem für den Leuchtenmarkt herausragenden Jahr 2012 hat sich damit die Zunahme zwar etwas zurückentwickelt, liegt allerdings immer noch auf einem nennenswerten Niveau.

Zum ersten Mal durchbricht der Wirtschaftszweig die Umsatzgrenze von 5 Milliarden Euro. Die derzeitige Marktdynamik bei Leuchten und Lampen hat den Wirtschaftszweig im Geschäftsfeld Home & Interior an die Spitze des Branchen-Rankings geschoben. Kein anderer Bereich konnte vergleichbar zulegen. Bettwaren folgen noch in knappem Abstand auf Rang zwei, die Kerneinrichtungsmärkte Wohnmöbel und Küchen liegen dagegen in Sachen Wachstum schon um einiges zurück.

„LED und Co. beflügeln die Nachfrage und krempeln die Angebotsseite um“, erklärte das IFH Köln anlässlich der Veröffentlichung der Studie „Branchenfokus Leuchten und Lampen 2015“ mit. Die Untersuchung des Instituts für Handelsforschung beschäftigt sich ausführlich und detailliert mit dem deutschen Markt für Beleuchtung. Die Umsätze der Jahre 2010 bis 2014 für 9 Warengruppen und 11 Vertriebswege werden beleuchtet und unter die Lupe genommen. Abschließend bündelt der Bericht die gewonnenen Erkenntnisse zu einer Marktprognose bis 2019.

Dokumentierte Trends und deren Markt-Auswirkungen

Der dokumentierten Aufwärtstrend begünstigt jedoch nicht alle Marktbereiche gleichermaßen, denn er wird wesentlich durch das Segment “Technische Leuchten” getragen, welches mit einem Umsatzplus von 11,4 Prozent glänzen kann. Bei Wohnraumleuchten hingegen musste ein Umsatzrückgang von 1,3 Prozent hingenommen werden. Ganz mau sieht es inzwischen beim Geschäft mit Lampen/Leuchtmitteln aus, wo ein Minus von 11% zu verzeichnen ist. Welche Auswirkungen hat das und welche Potentiale birgt die Zukunft?

Unter industriellen Gesichtspunkten erkennt man beim Leuchtenmarkt heute Strukturen, die bisher eher typisch für Konsumgütermärkte waren. Man verfügt über eine Inlandsproduktion, die aber, was die Anzahl und Grösse der betreffenden Hersteller anlangt, vergleichsweise zersplittert dasteht. Um ein zweites Standbein zu haben und sich nicht zu sehr von der Inlandsnachfrage abhängig zu machen, werden auch Auslandsmärkte versorgt. Im Inland wird dabei hoher Wert auf Produktqualität gelegt, während Exporte überwiegend Massenmärkte beliefern.

Klassischerweise müssten marktwirtschaftlichen Gesetze jetzt zu einem Konzentrationsprozess führen, allerdings bewirkt die Digitalisierung auch hier eine Marktverschiebung. Durch die rasante Entwicklung von herkömmlicher Beleuchtungstechnik in Richtung Halbleitertechnik erwächst den traditionellen einheimischen Produzenten neue und dazu äußerst kapitalkräftige Konkurrenz aus Fernost. Das hat zur Folge, dass viele etablierte Hersteller beschließen, sich aus dem klassischen Leuchtenmarkt zurückzuziehen. Weil Leuchtdiodentechnologie nun einmal sehr aufwendig ist, erfordert die Produktion von LEDs und OLEDs immense Investitionen, die für einen mittelständischen Betrieb so gut wie nicht zu stemmen sind.

Die LED als Markttreiber zwischen den Fronten

Anscheinend verändert sich die Leuchtenherstellung von einer Industriebranche zu einer Dienstleistungsbranche. Das Produkt steht weniger im Mittelpunkt des Interesses als früher. Es geht vielmehr um Problemlösungen, das heißt Beleuchtungskonzepte spielen eine immer größer werdende Rolle gegenüber dem Verkauf einzelner Leuchten. Hochwertige Beleuchtungssysteme aus dem Segment Technische Leuchten werden einerseits traditonell zweistufig über den Großhandel und das Handwerk oder anderseits über Lichtplanungsbüros an die mehrheitlich gewerblichen und kommunalen Kunden vertrieben. Anders sieht es im Bereich der Wohnraumleuchten aus, wo die wichtigsten Vertriebskanäle,  neben Leuchtenhändlern vor allem Baumärkte und Möbelhäuser, direkt und ohne Zwischenhandel versorgt werden. Da auch auf dem Leuchtenmarkt denkbar und sogar wahrscheinlich ist, dass der digitale Kanal als ein weiteres Werkzeug für die Bearbeitung des Marktes verwendet wird, bleibt es interessant, wer noch in das Rennen einsteigt und wer möglicherweise auf der Strecke bleibt. „Die aktuell gute Konsumlaune ist im Geschäftsfeld Home & Interior deutlich zu spüren. Die teils hohen Wachstumsraten werden sich aber künftig so nicht halten lassen“, analysiert der Studienautor Uwe Krüger, Senior Consultant am IFH Köln. „Dennoch steht der Leuchtenmarkt vor einer hellen Zukunft: Der Markttreiber LED wird sich weiter stark entwickeln – über alle Segmente hinweg.“

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