6145-2 SI

Aug 03

Intelligent gesteuerte LED-Leuchten

Die extrem hohe Energieeffizienz von LED-Leuchten dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Trotzdem kann das ohnehin schon große Stromsparpotential durch den Einsatz fortschrittlicher Leuchtdiodentechnik noch weiter gesteigert werden, wenn man Beleuchtungsintensität und-zeitraum automatisch nach Bedarf regeln lässt. Hierbei wird gerne von intelligentem Licht gesprochen. Das zielt natürlich nicht auf eventuelle kognitive Fähigkeiten der künstlich erzeugten Helligkeit, sondern bezieht sich auf die pfiffige technische Lösung zur bedarfsgerechten Steuerung.

Bedarfsgerechte und stromsparende Straßenbeleuchtung

Erstmalig in der Schweiz wurde im letzten Jahr in Regensdorf eine automatische Lichtsteuerung für die Beleuchtung einer Landstraße einem Feldversuch unterzogen. Die Elektrizitätswerke und die Baudirektion des Kanton Zürichs führten gemeinsam ein einjähriges Pilotprojekt durch und liessen die Beleuchtung der Niederhaslistraße über eine Strecke von einem Kilometer “intelligent” regeln. Die Messwerte dokumentieren konsequenterweise erfolgreiche Zahlen. Es konnten regelmässig 25 Prozent des üblichen Energiebedarfs eingespart werden, was nach Angaben der EKZ dem durchschnittlichen Stromverbrauch einer Vier-Zimmer-Wohnung entspricht.

Die Funktionsweise des eingesetzten Steuerungssystems, das auch “Vorauseilendes Licht” genannt wird, ist einfach nachvollziehbar: Sämtliche LED-Leuchten entlang der Teststrecke verfügen über einen Radarsensor und sind über Funk miteinander verbunden. Grundsätzlich leuchten diese nur mit 50% der optimalen Lichtstärke, sparen also rund die Hälfte, während sie in diesem Stand-By-Modus verharren. Nähert sich ein beliebiges Fahrzeug dem ersten Sensor, wird es von diesem rechtzeitig erfasst, um per Funksignal die Leuchten zu “benachrichtigen” und auf volle Lichtstärke hochzufahren.

Flexible Regelung von Lichtstärke und Sichtfeld

Das System kann zudem zwischen Kraftfahrzeug, Fahrrad oder Fußgänger unterscheiden und auf die Geschwindigkeit des Verkehrsteilnehmers individuell reagieren. Es wird lediglich jeweils das für Orientierung und Sicherheit notwendige Sichtfeld geschaffen. Das führte in keinem Fall zu Einschränkung oder Beeinträchtigung des Verkehrsflusses. Viele Passanten bemerkten es nicht einmal, ganz im Gegensatz zu Anwohnern. Der ständige Wechsel der Lichtverhältnisse kann aus stationärer Sicht auch als lästig wahrgenommen werden und dadurch störend wirken. So ein System bietet sich daher vor allem für den Einsatz auf eher weniger befahrene Straßen in unbewohnten Gebieten an. Dort ist das Einsparpotential am größten und der Störfaktor spielt keine Rolle.

Anfangs hatte man hier und da mit kleinen  technischen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Das  eingesetzte System wird nämlich über eine Satellitenverbindung koordiniert. Bei einer übermässigen Distanz zum steuernden Computer gab es immer wieder einmal Schwierigkeiten mit dem Systemzugriff. Weil die technische Realisierung des vorauseilenden Lichts sich als ziemlich kompliziert darstellt, gestaltete sich dementsprechend der Aufwand für Service und Wartung noch relativ hoch im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen. Ein abschließendes Urteil, inwieweit sich die Investition in ein solches System wirtschaftlich rechnet, lässt sich wohl erst im Laufe der Zeit, also nach weiteren Tests und Weiterentwicklungen, seriös beantworten. Da die moderne Beleuchtungslösung aber allgemein auf Akzeptanz, Interesse und Zuspruch stieß, plant man weitere Versuchsprojekte im Kanton Zürich.

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