Anfang diesen Jahres wurden von Seiten der EU aufgrund der neuen Richtlinie für Büro-, Industrie- und Straßenbeleuchtung die ineffizienten Quecksilberdampflampen (HQL), welche vor allem in Produktions- und Lagerhallen Verwendung finden, aus dem Verkehr gezogen. Andere ähnlich ineffiziente Lampentypen, die auch nicht mehr den aktuell gültigen Anforderungen entsprechen, werden konsequenterweise genauso verboten.

Welche Auswirkungen hat das? Auf LED umrüsten oder vielleicht doch nicht? Und wenn, dann wann? Es ist das Thema der Stunde in Sachen Beleuchtung und kein Gewerbetreibender, der regelmäßig Energiekosten zu bestreiten hat, kommt darum herum. Eine Umrüstung auf LED-Beleuchtung eröffnet bekanntermaßen ein beträchtliches Potential zur Minderung von Betriebskosten. Dennoch zögern immer noch viele Unternehmer dabei, in die Technik der Zukunft zu investieren, weil Trugschluß und Verkennung die Debatte vernebeln. Grund genug, uns einmal mit den gängigen Irrtümern zu beschäftigen, mit Vorurteilen aufzuräumen, Mißverständnisse aufzuklären und Fehleinschätzungen geradezurücken.

„LEDs sind immer noch zu kostspielig. Eine Umrüstung lohnt sich vorerst nicht.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass sich die Umstellung herkömmlicher Beleuchtung auf LED bei einem täglichen Einsatz von mindestens 8 Stunden bereits in einem Zeitraum von weniger als 3 Jahren amortisiert und im weiteren Verlauf zu beträchtlichen Kosteneinsparungen von bis zu 70% führt.

„Der Preis von LED-Leuchten wird weiterhin fallen. Es ist besser, vor der Anschaffung diese Entwicklung noch abzuwarten.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass LED-Leuchten, selbst wenn man darauf spekuliert, dass LED-Leuchten in den kommenden drei Jahren um 50% billiger angeboten werden, lohnt sich die Verschiebung einer Investition in moderne Leuchtmittel nicht. Das derzeitige Preisniveau von LED-Leuchten erzielt schon innerhalb von 3 Jahren eine signifikante Verbrauchssenkung. Die damit einhergehende Kostenersparnis deckt, bzw. übersteigt relativ schnell die vermeintlich hohen Investitionskosten. Daher ist das nicht Nutzen des möglichen Einsparungspotentials auch durch einen deutlichen Preisverfall nicht mehr aufzuholen.

„Bei der Umstellung bisher gebräuchlicher Leuchtstoffröhren auf LED muss man zukünftig eine größere Anzahl von Leuchten einsetzen.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass Leuchten bei der Umrüstung auf LED im Verhältnis 1:1 getauscht werden können, um eine wenigstens gleichgroße Lichtausbeute zu erzielen. Eine anderthalb Meter lange LED-Röhre liefert einen Lichtstrom von 3.600 Lumen bei einer Leistungsaufnahme von lediglich 29 W. Eine solch leistungstarke Röhre eignet sich selbst für Raumhöhen von bis zu zehn Metern. In Büros und Geschäftsräumen sorgen LED-Röhren gleicher Abmessungen schon ab 2.500 Lumen und 23 W Leistungsaufnahme für beste Lichtverhältnisse.

„Der Wechsel von althergebrachter Lichterzeugung auf moderne LED-Beleuchtung ist (zu) aufwendig.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass bei den weitgehend verbreiteten Beleuchtungseinrichtungen mit Leuchtstoffröhren die Umstellung völlig unkompliziert von statten geht. Man muss lediglich die veraltete Röhre mit einer neuen LED-Röhre austauschen und den alten Starter durch den mitgelieferten LED-Starter ersetzen. Das kann von jedem Mitarbeiter erledigt werden, der sich üblicherweise um den Austausch defekter Röhren kümmert. Nur für den Fall, dass bisher Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten zum Einsatz kamen, sollte man einen Fachmann hinzuziehen. Werden Fertigungs- oder Logistikhallen durch Strahler mit Natriumdampf- oder Quecksilberdampflampen ausgeleuchtet, ist es zu empfehlen. sämtliche Strahler auszumustern und gegen LED-Leuchten zu tauschen, weil der Einsatz von LED-Leuchtmitteln in alten Strahlern aller Voraussicht nach zu technischen Problemen führt.

„LED-Leuchten erzeugen in extrem großen Räumen zu wenig Helligkeit.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass man LED-Leuchten in unterschiedlichen Leistungsstärken findet. Ihre Lichtleistung überstrahlt die herkömmlicher Lampen in der Regel merklich. Entscheidendes Kriterium für eine zufriedenstellende Lichtausbeute in weiträumigen Hallen ist neben der Auswahl hochwertiger LED-Chips die Qualität der Netzteile und vor allem ein durchdachtes Beleuchtungskonzept. LED-Strahler haben sich mittlerweile selbst bei der Ausleuchtung großer Außenbereiche (wie beispielsweise das ausleuchtenvon Containerterminals) in Montagehöhen von 30 Metern als ausreichend leistungsstark bewährt. Die Systemleistung ist, was zählt.

„LED-Licht ist unangenehm in vielerlei Hinsicht.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass LED-Leuchtmittel inzwischen mit verschiedenen Farbtemperaturen oder Lichtfarben erhältlich sind. Von warmem und gelbem Licht (ca. 2.700-3.300 K) über neutralweißes Licht (ca. 4.000-5.000 K) bis hin zu tageslichtähnlicher Temperatur (ca. 5.300-6.500 K) findet sich für jede Aufgabenstellung und Geschmack die passende Lösung. LEDs senden weder Infrarot- noch ultraviolette Strahlen aus, daher ist ihr Licht einer Empfehlung der europäischen Kommission nach auch für lichtempfindliche Personen völlig unbedenklich.

„50 Watt entsprechen 50 Watt, oder? So müsste man doch auch LED-Leuchten einfach miteinander vergleichen können.“

Falsch. Richtig ist vielmehr, dass eine Wattage nicht mehr oder weniger als die Leistungsaufnahme (also den Energieverbrauch) einer Leuchte beziffert. Wieviel Helligkeit die jeweilige Leuchte erzeugt, lässt sich nur aus den Lumenangaben ablesen. Das kann sich im Bereich von 50 W um durchschnittliche 3.900 Lumen handeln oder aber auch um ausgesprochen effiziente und leistungsstarke 6.000 Lumen. Eine angegebene Lichtleistung kann je nach technischem Aufwand mit höherer oder niedrigerer Leistungsaufnahme realisiert werden. Bei gleicher Lumenangabe ist das Leuchtmittel mit 40 W sparsamer als das mit 50 W uns somit energieeffizienter. Die Maßeinheit Lumen pro Watt liefert in diesem Zusammenhang den erheblichen Wert für Effizienz und sorgt für einen besseren Überblick.

„Bei modernen LED-Röhren gibt es sicher kaum noch Qualitätsunterschiede. Die richtige Länge auswählen und gut.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass besonders bei LED-Röhren wegen des vielfältigen Angebots deutliche Qualitätsunterschiede zu verzeichnen sind, was vor allem die Lichtausbeute und die Lebensdauer betrifft. Weil die hohe Energieeffizienz nun einmal das Argument Nr. 1 für die Investion in moderne und kostenspielige, weil aufwendige LED-Technik darstellt, sollte man aufmerksam zu sein bei der Auswahl des anzuschaffenden Produkts. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass LED-Leuchten den aktuellen Sicherheitsbestimmungen gerecht werden, was leider nicht bei jeder Offerte als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte bevorzugt VDE-geprüfte Leuchten in Augenschein nehmen und beim Kauf nach einer Kopie des Prüfzertifikates fragen.

„Kein Grund zur Eile mit der Umrüstung auf LED. Lieber Abwarten und Tee trinken.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass es sich aufgrund jüngster gesetzlicher Bestimmungen um ein Gebot der Stunde handelt und schleunigst umgesetzt werden sollte. Die entsprechende EuP-Richtlinie für Büro-, Industrie- und Straßenbeleuchtung untersagt seit Anfang 2015 den Handel von Quecksilberdampflampen (HQL) sowie Metallhalogendampflampen und Hochdrucknatriumdampflampen, die nicht den aktuellen Energieeffizienzanforderungen gerecht werden. Wegen ihrer heutzutage nur noch ungenügenden Wirtschaftlichkeit käme es einer Milchmädchenrechnung gleich, diese veralteten Hochdrucksentladungslampen zur Nutzungsverlängerung noch kurzfristig in großen Mengen zu bevorraten.

„Der Wechsel zu LED-Beleuchtung verschlingt finanzielle Mittel, die für andere Projekte dringender verwendet werden könnten. Eine Investition in Beleuchtungsumrüstung lässt sich ruhig noch aufschieben.“

Falsch! Richtig ist vielmehr, dass durch die Einsparung von Energiekosten in der Regel schon ein Drittel der Investitionskosten zurückgewonnen werden können. Besonders interessant für Unternehmen, die eine Umrüstung ins Auge fassen, ist in diesem Zusammenhang eine Investitionsfinanzierung per Leasing. Bei dieser Form der Finanzierung ergibt sich schon nach kurzer Zeit ein rechenbarer Gewinn, nämlich wenn die durch die Umrüstung auf LED-Leuchten erzielte Ersparnis bei den monatlichen Energiekosten die Höhe der Leasingrate übertrifft.

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